Ökozid

nutshell Der Begriff Öko-zid leitet sich vom griechischen „oikos“ ab, was bedeutet „Haus“ oder „Heimat“, und dem lateinischen „occidere“ im Sinne von „niederschlagen, zerstören, töten“. Es bedeutet, wörtlich übersetzt, unser Haus zu töten, das einzige, welches wir haben: die Erde.
Ein Ökozid ist die Zerstörung der globalen Umwelt. >End Ecocide on Earth< definiert daher das Ökozid-Verbrechen als eine umfassende Schädigung oder Zerstörung des Ökosystems Erde in einem Ausmaß, dass es die natürlichen, planetaren Grenzen ihrer Widerstandsfähigkeit überschreitet. Infolgedessen ist dies eine große und dauerhafte Veränderung der globalen, öffentlichen Güter oder der ökologischen Systeme der Erde, von denen das ganze Leben auf der Erde im Allgemeinen und die Menschheit im Besonderen wesentlich abhängt.

Mit den globalen, öffentlichen Gütern beziehen wir uns auf die Ozeane und Meere jenseits der Hoheitsgewässer, die Atmosphäre, die Außenatmosphäre und ihre jeweilige Chemie, die Arktis, die Antarktis, die grenzüberschreitenden Flüsse und Seen, das Grundwasser, die wandernden Arten, die biogeochemischen Zyklen, das genetische Erbe.
Alle diese Entitäten, die bis jetzt niemandem gehören und im Juristischen “res nullius” genannt werden, sollten von nun an allen gehören und nicht mehr der Schauplatz der Verschmutzung und der missbräuchlichen Ausbeutung sein. Das wäre ein wahrer Schutz des globalen Ökosystems. Das Prinzip der nationalen Souveränität könnte dann nicht mehr beansprucht werden, um jeglicher Haftung für Umweltauswirkungen zu entkommen.eau douce

Wir betrachten auch Ökozid im Sinne der Zerstörung ökologischer Systeme als ein Verbrechen gegen die Menschheit und zukünftige Generationen, da sie ihre lebenswichtigen Lebensbedingungen bedroht. So darf diese Art von Ökozid weder im Namen der nationalen Souveränität von einer internationalen Gerichtsbarkeit ausgenommen werden, noch durch Marktinstrumente und Handelsrechte ausgehandelt werden können.

Globale, öffentliche Güter, Ökosysteme der Erde, planetare Grenzen: Diese wissenschaftlichen Standards ermöglichen es, einen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen wir die globale Umwelt supranational schützen können. Schließlich würde dies auch die nationalen Gerichtsbarkeiten zur Strafverfolgung ermächtigen, wenn lebenswichtige Ökosysteme in ihren Staatsgebieten gefährdet sind.

>Ende Ecocide auf der Erde< (EEE) ist eine Graswurzelbewegung, die darauf abzielt, das Verbrechen des Ökozids im internationalen Strafrecht als fünftes Verbrechen anzuerkennen, das vor dem Internationalen Strafgerichtshof in der gleichen Weise verfolgt werden kann wie das Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Kriegsverbrechen oder Verbrechen der Aggression.

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